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Polnischer Niederungshütehund

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Geschichte:
Es besteht die These, daß alle europäischen Hirtenhunde von asiatischen Hunden abstammen, die mit Hunnen und anderen ostasiatischen Völkern in den Westen zogen. Diese Annahme wird damit begründet, daß die verschiedenen Hirtenhunde Europas viele Ähnlichkeiten miteinander aufweisen. Diese sind aber wohl eher darauf zurückzuführen, daß die Umstände, unter denen solche Schäferhunde lebten, und die Arbeit, die sie leisten mußten, an vielen Orten einen ähnlichen Hundeschlag hervorbrachte. So waren überall lange Zeit Bär und Wolf die Hauptfeinde des zu hütenden Viehs, und karge Lebensbedingungen herrschten über Jahrhunderte bei allen Bauern Europas. Nachdem Bär und Wolf vor allem im dichter besiedelten Tiefland ausgestorben waren, kamen dann kleinere Hütehunde zum Zug, wie z. B. die Vorfahren des heutigen Nizinny.

Erstmals im Jahr 1514 wird der Polnische Niederungshütehund schriftlich erwähnt. Der Text beschreibt das rege Interesse, das dem Tier damals zukam und sein Marktwert eine beachtliche Höhe hatte. Der Tauschhandel blühte, und Polen veräußerte Weizen und Nizinnys unter anderem gegen schottische Schafe. Für einen Rüden und zwei Hündinnen mußte man einen gestandenen Bock und ein Mutterschaf ausrücken.

Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelten sich rege Handelsbeziehungen zwischen den einzelnen Ländern. Vor allem der Osten setzte auf Viehzucht, und die polnischen Hirtenhunde aus den Ebenen waren als kräftige, zuverlässige Arbeiter weithin bekannt. Als begehrtes Tauschobjekt waren sie - im wahrsten Sinne des Wortes - Gold wert. Aber auch in Polen selbst waren diese Vierbeiner hochgeschätzt. Im Jahr 1783 gebot eine namhafte polnische Adlige den Verwaltern ihrer Ländereien, von nun an nur noch mit Nizinnys zu arbeiten. Doch leider wurde die Länder des Ostens immer wieder von politischen Unruhen, Aufständen und Umstürzen heimgesucht, die Rasse deutlich seltener machten. Als Polen im Jahr 1939 von deutschen Truppen überfallen wurde, mußte der Nizinny wieder um seine Zukunft fürchten. Zum Glück gelang es einer Handvoll erklärter Freunde der Rasse, einige wenige Tiere zu retten.

Bevor man zwischen den beiden Weltkriegen begann, den Polnischen Niederungshütehund rein zu züchten, gab es drei Größenschläge dieses Bauernhunde. Für die Reinzucht einigte man sich auf die mittlere Variante. Die züchterischen Anfänge wurden durch den Zweiten Weltkrieg dann empfindlich gestört, und man mußte nach 1945 eine neue Zucht aufbauen. Doch schon 1959 wurde von Maria Dubrowinowa ein erster Standard ausgearbeitet, der 1965 dann wieder verändert wurde - seither ist auch ein brauner Nasenschwamm zulässig. Der internationale Verband gab 1971 grünes Licht, und der - nunmehr offiziell anerkannte - Nizinny machte sich auf, die Herzen der breiten Masse zu erobern.

Wesen, Haltung:
Gutes Gedächtnis und vortreffliche Aufnahmebereitschaft - so steht es im Standard. Unter seiner Führung müssen die Schafe unweigerlich zusammenbleiben, denn er merkt sofort, ob jemand fehlt, fast so, als könne er zählen. Kein Wunder, daß jeder polnische Schafhirte auf diesen treuen Gefährten schwört, denn hat er Hund erst einmal begriffen, worauf es ankommt, kann Herrchen getrost ein Nickerchen machen. Doch nicht nur solch enorme Hüte-Leistungen weiß er zu vollbringen. Der Nizinny läßt sich für die unterschiedlichsten Einsätze ausbilden und wird Sie ganz selten enttäuschen. Erstaunt es da noch, daß der ehemalige Hütehund sich so zum Lieblingsbegleiter der gesamten Familie mausert?

Heutzutage werden Hütehunde immer seltener, so daß sich die Tiere einen neuen Job suchen müssen. Dank seiner angenehm mittleren Größe steht der Polnische Niederungshütehund nirgends im Weg und gibt sich mit relativ wenig Platz zufrieden. Er ist sehr gesellig, hängt mit Leib und Seele an seiner Familie und wünscht sich nichts weiter, als in einer fröhlich-humorvollen Atmosphäre aufzuwachsen. Neuen Lernstoff nimmt er mit Begeisterung auf, vergißt ihn nie wieder und signalisiert mit lebhaftem Schwanzwedeln nach jeder Lektion, daß er alles verstanden hat.

Mit seiner rustikalen Gestalt, dem wolligen Fell und einem verschmitzten Blick erobert der Nizinny auch die Kinderherzen im Sturm. Doch die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit, denn mit den Kindern kann der Hund wunderbar spielen - und auch dabei seine Intelligenz beweisen. Als echter Schäferhund hütet er natürlich auch die Kinder wie seinen Augapfel und paßt zuverlässig auf, daß niemand abhanden kommt. Aber auch die Kinder sollten von Anfang an wissen, daß man auch einen Hund respektvoll behandeln soll, sonst verliert auch dieser Hund den Spaß an Kindern.

Die Liste seiner zahlreichen Qualitäten wird jedoch erst komplett, wenn man auch Nizinnys ausgeprägten Wachinstinkt hinzufügt. Herrchens Sicherheit zu gewährleisten, sieht er als seine wichtigste Aufgabe an. Bei ihm sind Haus, Hof und Familie in sicheren Pfoten, denn seine Pflichten nimmt er sehr ernst, manchmal sogar ein wenig zu sehr.

Seit jeher braucht der Nizinny seine Freiheit. Natürlich würde er am liebsten stundenlang durch die Natur streifen, er spielt aber auch gern im Garten, ohne daß Herrchen ständig dabei sein müßte. Daß er die Leine nicht mag, versteht sich von selbst. Ganz wichtig ist aber, er muß wissen wo sein Zuhause ist, und wünscht sich ein Herrchen oder Frauchen, das Streicheleinheiten eher großzügig verteilt. Nur zur Not arrangiert er sich mit einer Wohnung in der Stadt, braucht aber täglich ausgedehnt Spaziergänge und unbedingt ein Plätzchen, auf das er sich auch mal zurückziehen kann. Am liebsten aber, lebt er auf dem Land, wo er wirklich glücklich wird.

Ernährung, Pflege:
320 g Fleisch am Tag, dazu 160 g Gemüse und 160 g Reis, reichen vollauf. Der Polnische Niederungshütehund wird leider leicht dick. Aber je mehr Bewegung der Hund bekommt, desto weniger geht in die Breite - und umgekehrt. Dennoch läßt sich nicht abstreiten, daß der muntere Vierbeiner als ausgemachter Leckerschmecker auch gen in den Vorräten stöbert. Er liebt Käse und ist in der Lage, Unmengen davon in sich hineinzuschlingen. Im Grunde stellt er jedoch keine hohen Ansprüche, mußte er sich doch Hunderte von Jahren mit der kargen Kost der polnischen Schafhirten begnügen.

Es reicht, den Hund ein- oder zweimal im Jahr zu baden - und er sieht wieder aus wie neu! Allerdings nur, wenn sein dichter Pelz regelmäßige Pflege genießen konnte. Das lange, wollige Haar muß ebenso oft gekämmt wie gebürstet werden, und vor allem nach einem Streifzug durch hohes Gras sollte sein Bauchfell auf Zecken und andere Parasiten untersuchen, die sich liebend gern darin einnisten.

Widerristhöhe:Für Rüden 43 bis 52 cm, für Hündinnen 40 bis 46 cm.

Gewicht: 14 bis 16 kg für Rüden, 13 bis 15 für Hündinnen.

Farbe: Alle Farben und Flecken sind erlaubt.

Durchschnittliche Lebenserwartung:12 Jahre

Andere Namen: Polski Owczarek Nizinny, Polish Lowland Sheepdog, Valee Sheepdog.

Anerkennung durch:
FCI (Fédération Cynologie International)
TKC (The Kennel Club of Great Britain)

FCI-Gruppe 1: Treib- und Hütehunde

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