Hunderassen Kontinentaler Zwergspaniel

Kontinentaler Zwergspaniel

Geschichte:
Anhand der Ohren unterscheidet man zwei Rasse-Varietäten: Der "Papillon" - das bedeutet Schmetterling - trägt die Ohren aufrecht, so daß der Kopfumriß der Form eines Schmetterlings gleicht. Beim Typ "Phalène" dagegen hängen sie; Phalène bedeutet Nachtfalter - sie tragen ihre Flügel, im Gegensatz zu den Tagfalter, in der Ruhestellung hängend. Der Phalène-Typ ist der ältere von den beiden und außerdem der älteste Spanieltyp überhaupt. Schon auf Gemälden von Giotto (1266-1337) und anderen italienischen Malern dieser Zeit sind Hünchen abgebildet, die dem Zwergspaniel vom Typ Phalène sehr ähnlich sind. Die stehohrige Papillon-Variante taucht erst an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert auf, und der Phalène führt seither eher ein Schattendasein. Und das obwohl er der Ausgangshund nicht nur für den Papillon, sondern auch für die beiden berühmten Zwergspanielrassen King Charles Spaniel und Cavalier King Charles Spaniel war.

Vor 1480 erschienen die Zwerghunde mit den Hängeohren ausschließlich auf italienischen Kunstwerken und hier besonders bei den florentiner Malern. Etwa das berühmte Gemälde "Venus von Urbino" des Tizian zeigt einen Phalène-Typ. Vermutlich kamen die Zwergspaniels mit Katharina von Medici aus der Toskana an den französischen Hof, als sie 1533 Heinrich II. heiratete. Jedenfalls existieren ab etwa diesem Zeitpunkt entsprechende Abbildungen. Der Sonnenkönig Ludwig der XIV. persönlich ist auf einem Gemälde beim Tete-à-tete mit dem Hündchen zu sehen, und noch Marie Antoinette besaß einen Zwergspaniel - einer soll sie sogar zur Guillotine begleitet haben. Im Lauf der Zeit hat sich der kleine Hund dann in ganz Europa ausgebreitet, von Spanien bis Schweden und von England bis Österreich. Die Rasse geriet dann zeitweilig in Vergessenheit, doch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahmen sich französische und belgische Züchter ihrer an.

Nicht nur die schon erwähnten Malergrößen Giotto und Tizian haben Zwergspaniels auf berühmten Gemälden verewigt. Das reizende Hünchen stand auch bei anderen Künstlern geduldig Modell: Etwa bei Francois Clouet für "Marguerite von Valois" oder bei Paolo Veronese für "Die Königin von Saba". Der Kontinentale Zwergspaniel ist zweifelsohne wie dafür geschaffen, Liebreiz und Schönheit seines jeweiligen Frauchens zu unterstreichen. Höchste Ehren wurden diesem Hund aber durch die Flämische Schule zuteil - Maler wie Hans Memling, Bartholomäus van der Helst, Quentin Metsys und Peter Paul Rubens nahmen sich seiner begeistert an.

Wesen, Haltung:
Ob Papillon oder Phalène - er ist einfach mitreißend: dreht sich wie ein Kreisel, hüpft und springt, als habe er eine Feder verschluckt, und könnte endlos spielen, toben und gestreichelt werden. Um sein Ziel zu erreichen, setzt er seine Verführungskünste ein und schleicht sich damit einfach in jedes Herz. Dieser Hund ist ein prima Spielgefährte. Er stellt sich spontan auf alles ein und läßt sogar einiges über sich ergehen. Bei allem Spaß müssen die Kinder jedoch aufpassen, daß sich der kleine Freund nicht die Pfoten bricht - einem so zierlichen Hund passiert das schnell. Und natürlich sollten die Kleinen respektvoll mit ihm umgehen: ihn nicht ärgern, nicht an den Haaren ziehen oder anderen Unfug mit ihm treiben.

Wenn sein Mensch mal keine Zeit für ihn hat, ist das kein Weltuntergang für den Hund. Er kann sich auch selbst beschäftigen und geht gern auf Ratten-, Mäuse- und Maulwurfjagd. Und hat er erst einmal "Blut geleckt", ist er nicht mehr zu bremsen, bis die unerwünschten Nagetiere beseitigt sind. Dieser kleine Spaniel ist sehr unempfindlich und überhaupt nicht eitel - Regen, Matsch oder Dreck können ihm daher nichts anhaben. Er ist eben ein Hund und kein Ausstellungsstück. Wenn es schneit, steht er solange winselnd vor der Tür, bis man ihn rauslässt. Die weiße Decke, die sich plötzlich im Garten ausbreitet, fasziniert ihn genauso wie die fallenden Flocken. Liebend gerne würde er jetzt im Schnee herumtoben und mit dem Schnee spielen.

Der Zwergspaniel hat wirklich was zu bieten: Er ist sehr früh stubenrein. Schon im Alter von 3 Monaten macht er sein Geschäft nicht mehr, wo es ihm gerade so paßt, sondern benutzt die dafür ausgelegt Zeitung, oder drängt aufs Gassi-gehen! Dieser kleine angenehme Hund ist wie geschaffen für die Wohnung. In den vier Wänden fühlt er sich vollkommen wohl, wenn er nur aus dem Fenster schauen und beobachten kann, was draußen passiert. Ihn interessiert einfach alles. Ein Wochenendausflug ans Meer oder ein urlaub in den Bergen ist sein ganzes Glück. Autofahren findet er furchtbar interessant.

Ernährung, Pflege:
Am Tag braucht der Kontinentale Zwergspaniel nur 30 g Fleisch, dazu je 15 g Gemüse und Reis. Wichtig sind Vitaminzusätze, damit sein Fell schön bleibt. Fertignahrung aus dem Handel tut es aber auch.

Sein Fell kann man selber pflegen. Ein Besuch im Hundesalon ist nicht nötig. Mit einer weichen Bürste bearbeitet man sein Fell. Beim Tierarzt sollte man ihm regelmäßig den Zahnstein entfernen.

Widerristhöhe: Max. 28 cm.

Gewicht: 1,5 bis 5 kg.

Farbe: Alle Farben sind gestattet (rot, gelb, dreifarbig, zweifarbig).

Durchschnittliche Lebenserwartung: 12 Jahre

Andere Namen:
Papillon: Epagneul Nain Coninental, Papillon.
Phalène: Epagneul Nain Continental, Phalène.

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