Hunderassen Portugiesischer Wasserhund

Portugiesischer Wasserhund

Geschichte:
Leider weiß man über die Herkunft gesamter portugiesischer Rassen sehr wenig, denn es existieren nur spärliche Informationen. Der Wasserhund war jedoch schon vor sehr langer Zeit in den Höfen an der Küste Portugals ansässig, vor allem in der südlich gelegenen Provinz Algarve. Als hervorragender Schwimmer und Taucher half er den Fischern bei der Arbeit, fing Fische ein, die aus dem Netz geschlüpft waren, oder brachte gerissene Netze und Taue zurück, zog Boote an Land und war die schwimmende Verbindung zwischen Schiff und Festland, auch bei großen Entfernungen. Es ist durchaus möglich, daß der Portugiesischer Wasserhund ursprünglich aus dem mittleren Orient oder aus Nordafrika stammt und später zusammen mit den Mauren auf die iberische Halbinsel kam.

Es scheint, daß der Portugiesische Wasserhund eng mit dem französischen Barbet verwandt ist. Beide Hunde gehören nach der Klassifikation des Internationalen Hundeverbandes (Fédération Cynologique Internationale, F.C.I.) in die 8 Gruppe: Apportierhunde, Stöberhunde und Wasserhunde. Cão und Barbet sehen sich dermaßen ähnlich, daß man sie noch vor nicht allzu langer Zeit bei Ausstellungen immer wieder verwechselt hat. Der augenscheinlichste Unterscheid besteht in der Größe, denn der portugiesische Cão ist kleiner. Dennoch vermag man einen groß geratenen Cão und einen relativ klein geratenen Barbet kaum auseinander halten.

Über die jüngere Vergangenheit des Portugiesischen Wasserhundes weiß man leider nicht sehr viel, außer daß die Rasse 1939 anerkannt wurde. Seitdem gibt es einen Standard, er jedoch schon mehrfach geändert wurde, zuletzt im Jahr 1966. Der portugiesische Rasseklub verzeichnet bereits über 30 Champions. Auf Hundeschauen auf dem Land, wo in erster Linie regionale Rassen vorgesellt werden, ist der Cão kaum vertreten. Auf größeren Ausstellungen in Lissabon trifft man ihn dagegen häufiger an. Erst Ende der 70er Jahre überquerte der Wasserhund den Großen Teich und erobert seither die Herzen der Amerikaner. Seinen Erfolg in den Vereinigten Staaten verdankt der Portugiesische Wasserhund vor allem den sog. "Handlers" (professionellen Hundefrisören, die ihr Können auf Ausstellungen demonstrieren), denen die üppige Lockenpracht dieses Hundes natürlich ungeahnte Möglichkeiten bietet. Aber auch in europäischen Ländern erfreut er sich wachsender Beliebtheit.

Wesen, Haltung:
Seinem Namen zufolge ist der Portugiesische Wasserhund ein wahrer Meisterschwimmer. Seine Qualitäten als Jagdhund sollen aber nicht unerwähnt bleiben: Apportierfähigkeit, Ausdauer, feine Nase und vor allem Eifer. Als der Cão vor langer Zeit noch in den kalten Fluten Atlantiks sein Leben verbrachte, mußte er sich meterhohen Wellen an den Küsten der Iberischen Halbinsel stellen. Diese Wellen beeindruckten den Hund aber wenig, er hielt unter Wasser die Luft an, schnappte sich schnell einen Fisch und paddelte mit seinen Pfoten energisch an die Oberfläche. Sehr oft mußte er gegen die Strömung ankämpfen, was nicht nur schwierig, sondern auch gefährlich werden. An Land bezog er Stellung an Deck und wachte eifersüchtig über Herrchens Fang. Das Boot war sein Zuhause, seine Hütte.

Heute muß der Hund bei dem Fischfang nicht mehr helfen, da seine Arbeit Maschinen übernommen haben. Daher war er zeitweise vom Aussterben bedroht. Glücklicherweise fanden sich jedoch Menschen, die andere Aufgaben für den Hund fanden. Der Wasserhund wurde zum Begleithund und dank seines prächtigen Fells, zum Star so mancher Hundeschau.

Der Portugiesische Wasserhund bewacht zwar das Haus, kann aber einfach nicht böse werden. Um Einbrecher in die Flucht zu schlagen, bellt er laut und und vernehmlich. Knurren oder sogar beißen wird er jedoch nicht, denn Aggressivität und Gewalt sind ihm absolut fremd. Er hat Gesellschaft gern und mag eigentlich jeden: Herrchen, Frauchen, Freunde, Nachbarn, Hunde, Katzen und alles andere. Aber Vorsicht, der Hund ist intelligent genug, um die Schwächen seiner Familie schamlos auszunutzen. Daher muß man ihn von Anfang an konsequent erziehen und seine beachtliche Intelligenz ausnutzen.

Mit Kindern versteht sich der Portugiesische Wasserhund sehr gut. Er läßt sie mit seinem Fell herumspielen. Wichtig ist aber, daß die Kinder lernen, von Anfang an den Hund respektvoll zu behandeln; dann wird auch der Hund viel Spaß mit den Kindern haben. Besonders gern geht der Hund mit den Kindern schwimmen. Allerdings kann es passieren, daß er seine Schützlinge an den Haaren oder am Badeanzug zum Rand zieht, als wären sie ein gefülltes Fischernetz! Am glücklichsten ist der Portugiesische Wasserhund am Meer. Er liebt Wind, Salzwasser und kilometerlange Strände. Gern treibt er mit seiner Familie Wassersport oder segelt in einem Boot durch die Wellen. Und wenn sein Besitzer ihn etwas einarbeitet, wird der Hund ihm beim Fischen helfen und ihn sofort vom leisesten Anbeißen eines Fisches in Kenntnis setzen.

Wenn man ein eigenes Schwimmbad zu Hause hat, sollte man sich auf keinen Fall einen Cão anschaffen. Der Hund wird sich sonst den ganzen Tag darin aufhalten, mit seinen Krallen die Plastikbeschichtung zerstören, das Wasser verschmutzen - und obendrein vielleicht noch ertrinken, weil er aus eigener Kraft nicht wieder herauskommt, falls es keine Treppe gibt. Außerdem schadet das Chlor auf die Dauer seinem Fell.

Für ein Leben in der Wohnung ist der Cão einfach nicht geschaffen. Er braucht eine Hundehütte oder zumindest ein Eckchen in der Garage und muß lernen, dort erst einmal zu trocknen, bevor er ins Haus kommt. Normalerweise wünscht er sich einen möglichst großen baumbeständigen Garten, und wenn man dazu noch einen Teich, See oder einen Bach anbietet, wäre das sein Traum. Leider aber nicht der des Besitzers, dann als leidenschaftlicher Schwimmer wird der Hund ständig naß sein und dementsprechend riechen.

Ernährung, Pflege:
Er braucht etwa 300 g Fleisch am Tag, dazu 150 g Gemüse und 150 g Reis. Zusätzlich sollten Vitamine gefüttert werden. Hin und wieder darf man das Fleisch gegen Fisch ersetzen, dann wird sich der Hund freuen. Wer nicht so viel Zeit für die Zubereitung hat, kann dem Hund auch Fertignahrung servieren. Wenn man Trockenfutter wählt, dann macht sich der Cão beim Fressen nicht so dreckig.

Der Portugiesische Wasserhund unterliegt einem weniger starken Fellwechsel als andere ähnliche Hunderassen. Daher ist er für Allergiker sehr gut geeignet. Man kann den Cão scheren, aber bitte nicht übertreiben! Die Vorderpartie bleibt, wie sie ist - nur die Haare am Fang werden gekürzt; der hintere Teil des Körpers, einschließlich der Läufe bis zu den Pfoten, wird dagegen komplett geschoren. Lediglich am Rutenende verbleibt eine Art "Bommel". Es handelt sich dabei um eine vereinfachte, natürliche Variante der ausgefeilten Löwenschur, die man vom Pudel her kennt. In den USA nehmen sie die Cão-Besitzer sehr viel "künstlerische Freiheit" und scheren ihren Hund in den (un-)möglichsten Formen. Dabei kann man ihn eigentlich so belassen wie er ist: ein zotteliges Energiebündel.

Widerristhöhe:43 bis 57 für beide Geschlechter.

Gewicht:16 bis 25 für beide Geschlechter.

Farbe:
Einfarbig (Weiß, Schwarz oder Braun) oder mehrfarbig (Schwarz oder Braun mit Weiß).

Durchschnittliche Lebenserwartung:12 Jahre

Andere Namen: Cão de Agua.

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