Hunderassen Schwarzer Terrier

Schwarzer Terrier

Geschichte:
Der Schwarze Russische Terrier (auch Tchiorny Terrier genannt) gehört einer sehr alten Rasse an, die schon von Bojaren, Prinzen und Zaren hoch geschätzt wurde. Kein Wunder, nahm es der Hund doch nicht nur mit Füchsen und Dachsen auf, sondern wagte sich sogar an Wildschweine, Bären und Sibirische Tiger heran. Mit Zähnen und Klauen verteidigte er Datschas und Paläste gegen ungebetene Gäste, bis ihm der Zweite Weltkrieg einen gehörigen Strich durch die Rechnung machte ... Plötzlich stand die Rasse kurz vor dem Aussterben, was es sowjetischen Züchtern ermöglichte, nach Kriegsende eine ganz neue Tchiorny-Linie zu entwickeln, deren Eigenschaften genau auf die Zwecke der Planwirtschaft abgestimmt wurden.

Die Entwicklung des Tchiorny unterlag keinerlei natürlichen Gesetzmäßigkeiten, sondern war rein militärische Strategie. Den Züchtern der ehemaligen Sowjetunion wurden die zu erreichenden Bestandszahlen genau vorgeschrieben. außerdem sollten sie ausschließlich schwarze Terrier produzieren, denn die Farbe der japanischen Ninja-Kämpfer galt als perfekte Tarnung.

Das Comeback des Russischen Terriers war das Ergebnis einer genau abgestimmten Zuchtwahl: Airedale, schwarzer Riesenschnauzer, Rottweiler und der Moskauer Retriever, eine inzwischen ausgestorbene Kombination aus Neufundländer und Kaukasischem Owtcharka, waren an der Entwicklung beteiligt. Sie schufen eine hochexplosive Mischung, einen temperamentvollen, scharfen Riesenhund, den die sowjetische Armee unverzüglich vereinnahmte und als Militärgeheimnis deklarierte. Der Export des vierbeinigen Soldaten in Richtung Westen war strengstens verboten, lediglich Finnland, das sich immer um ein gutes Verhältnis zur Sowjetunion bemühte, durfte ein paar von den Tieren erwerben.

Genau wie einige Tänzer des Bolschoi-Balletts, namhafte Wissenschaftler und berühmte Schriftsteller, so verließ auch der Tchiorny Terrier heimlich seine Heimat. Wie er nun die Grenze tatsächlich überwand, weiß man nicht. Rest steht nur, daß er 1980 zum Star einer holländischen Ausstellung avancierte. Bis zur Anerkennung der Rasse dauerte es dann noch weitere drei Jahre, und seit 1983 ist der massige Terrier auch in Deutschland, Frankreich und den Benelux-Ländern erhältlich. Theoretisch jedenfalls, denn es gibt nur wenige Züchter und entsprechend wenig Nachwuchs, zumal der Hund zum russischen Nationalerbe zählt und nicht ausgeführt werden darf. Erst 1987 kam der erste Hund dieser Rasse in die Schweiz.

Wesen, Haltung:
Ob als ausdauernder Jäger in den Weiten des Kaukasus oder als vierbeiniger Soldat im Zeichen von Hammer und Sichel: Der große schwarze Teufel, der sich auch nicht scheut, Bären und Wildschweine anzugreifen, macht sich einfach gern nützlich. Er ist arbeitswillig und als vielseitiger Gebrauchshund einsetzbar, bedarf aber einer strengen und konsequenten Erziehung.

In den 40er Jahren schuf sich die Rote Armee einen Diensthund zum Bewachen militärischer Anlagen und zur Sicherung der Grenzen. Zuchtziel war ein großer, robuster, temperamentvoller Arbeitshund ähnlich dem Deutschen Schäferhund, aber noch respekteinflößender. Daß dieser Hund heute trotzdem in der Lage ist, sich in eine Familie zu integrieren, beweist seinen ausgezeichneten Grundcharakter. Als echter Terrier ist er äußerst dynamisch und temperamentvoll, hat insgesamt ein ausgeglichenes Wesen, spricht jedoch leicht auf äußere Reize an. Wer ihn anschafft, sollte sich diesen Schritt auf jeden Fall gut überlegen und wissen, ob er mit einem solchen Hund fertig wird. Der Tchiorny ist nun mal mit allen Wassern gewaschen.

Unser Riesenbello im pechschwarzen Pelz kuschelt sich mit Vorliebe zu Ihnen aufs Sofa, hält immer ein wachsames Auge auf die Kinder, die er bis aufs Blut verteidigen würde, und versteht sich sogar mit den anderen haustieren, sofern sie ihm den nötigen Respekt zollen. Wie alle großen Hunde wird auch er in den ersten zwei Jahren versuchen, Ihnen eine Schwäche zu entlocken, um dann die Hierarchie umzukehren. Seien Sie also auf der Hut, und sorgen Sie dafür, daß er täglich aufs Neue erfährt, wo es lang geht.

Fremden begegnet er ziemlich mißtrauisch. Nun, wenn Sie in einem einsamen Haus auf dem Lande leben, sollten Sie sich diese Eigenschaft zunutze machen! Der Schwarze Terrier bringt es nämlich sogar fertig, Einbrecher zu vertreiben, ohne sie zu beißen. Meist genügt schon ein warnendes Funkeln aus seinen kleinen dunklen Augen.

Im Umgang mit Kindern entwickelt der schwarze Koloß erstaunlich viel Feingefühl. Als Welpe hat er noch allerlei Unsinn im Kopf und versteckt für sein Leben gern Spielzeug. Er spielt leidenschaftlich gern und hält dabei immer ein wachsames Auge auf seine kleinen Geführten. Bringen Sie Ihrer Rasselbande aber von Anfang an Respekt vor ihrem vierbeinigen Spielgefährten bei!

50 kg Lebendgewicht und die Statur eines Schwergewichtsboxers, verpackt in reichlich struppiges. glänzendes Fell - nicht gerade der ideale Untermieter ... Stimmt! Der Schwarze Terrier liebt die Natur, endlose Weiten, Wind, sogar Regen und vor allem Rauhreif, der ihn an sein geliebtes Mütterchen Rußland erinnert. Dieser Naturbursche braucht ein großes Haus mit einem weitläufigen Grundstück, auf dem er nach Lust und Laune herumtoben kann, was allerdings nicht heißt, daß Sie sich Spaziergänge und Wanderungen ab sofort sparen können. Im Gegenteil: Streifen Sie regelmäßig gemeinsam durch Wälder und Felder, und erlauben Sie ihm auch mal, ein Bad in einem Bach oder See zu nehmen.

Ernährung, Pflege:
Sollten Sie sich für fertiges Trocken- oder Halbtrockenfutter entscheiden, entscheiden Sie sich immer für Qualität. Fragen Sie Ihren Züchter, welche Produkte er empfiehlt, und rechnen Sie etwa 600 bis 700 g pro Tag.

Diesen Hund müssen Sie bürsten, striegeln und auch scheren, damit er nicht das unverkennbare Äußere, sondern auch seine Gesundheit behält. Für Parasiten und Zecken ist ein so dichter Pelz nämlich der ideale Nistplatz, und auch Schmutz lagert sich schnell darin ab. haben Sie das Bürsten einmal vergessen, werden Sie durch den unangenehmen Geruch Ihren haarigen Gefährten schnell daran erinnert. Mit Striegel und Schere rücken Sie verfilzten Strähnen zu Leibe, kürzen aber auch regelmäßig das Fell an den Ohren. Die struppigen Gliedmaßen werden sorgfältig gekämmt. Wie alle Terrier neigt auch der Tchiorny zu Hautproblemen, wenn er nicht genug Bewegung bekommt.

Widerristhöhe: 66 bis 72 cm für Rüden, 64 bis 70 cm für Hündinnen.

Gewicht: 40 bis 50 kg für beide Geschlechter.

Farbe:Schwarz oder Schwarz mit grauen Haaren.

Durchschnittliche Lebenserwartung: 12 Jahre.

Andere Namen: Schwarzer Russischer Terrier, Black Russian Terrier, Chornyi

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