Hunderassen Deutsch Kurzhaar

Deutsch Kurzhaar

Geschichte:
Die Geschichte der Jagdhunde ist eng verknüpft mit der Entwicklung der Jagdmethoden. Im frühen Mittelalter gab es vor allem laut jagende Hunde, die das Wild aufspürten und aufsprengen mußten, damit es von den Falken oder anderen Greifvögeln geschlagen werden konnte. Aus diesen Hunden entwickelten sich dann die Vorstehhunde, die bei der Netzjagd eingesetzt wurden. Sie mußten das Federwild aufspüren und dann in einer Stellung verharren, die den Jägern anzeigte, daß sie Beute gefunden haben. Dann wurde das Netz (der Tyras) über Hund und Vogel gezogen. In Anlehnung an das Jagdwild hießen die früheren Vorstehhunde auch Hühner- oder Vogelhunde. Nach Aufkommen der Schußwaffen vermehrten sich die Anforderungen. Der Vorstehhund mußte nicht nur gute Nerven haben, sondern auch das angeschossene Wild finden und apportieren.

Alle diese Aufgaben bewältigt der Deutsch Kurzhaar mit Bravour. Neben Fasan, Rebhuhn und anderem Federwild jagt er Kaninchen, fuchs und Rotwild und kann auch ein waidwundes Tier abtöten.

Die Jagd mit der Schußwaffe und der Besitz von Vorstehhunden war zunächst nur Königen und Fürsten erlaubt. Die Hunde des Königs Ludwig XIII durften sogar in dessen königlichem Bett schlafen.

Ursprünglich stammt diese Rasse aus dem 17. Jahrhundert. Man ließ Hunde aus Spanien in die vom Dreißigjährigen Krieg gebeutelten deutschen Länder kommen und durch verschiedene Kreuzungen entstand der Deutsch Kurzhaar es alten Typs. Im 18. Jahrhundert gab es mehrere reine Stämme solcher Hunde, etwa die Weimar´schen, Württemberg´schen und Solm´schen. Im 19. Jahrhundert sollte der schwerfällig gewordene Hund, dessen Nasenleistung nicht die beste war, veredelt werden, und man kreuzte englische Pointer ein - der neue Typ entstand. Im Jahr 1879 wurden erstmals Rassekennzeichen festgelegt. Der Hund war damals noch nicht so elegant wie heute, und erst durch weitere Zuchtmaßnahmen entstand die edle Erscheinung dieses Alleskönners.

Wesen, Haltung:
Der Kurzhaarige Deutsche Vorstehhund in seine heutigen Form ist zwar eine deutsche Züchtung, aber er hat Vorfahren aus anderen Gegenden Europas. Die Spanischen Vorstehhunde und englischen Pointer sind bei der Entstehung des Deutsch Kurzhaar besonders beteiligt gewesen. Außerdem ist der Deutsch Kurzhaar in den Vereinigten Staaten in der Beliebtheitsskala der Jagdhunde ganz weit vorne zu finden.

Dieser Hund ist nach vielen Kreuzungen und Auswahlverfahren unglaublich vielseitig und so anpassungsfähig, daß er auf jedem Gelände zurechtkommt und für die verschiedensten Jagdbereiche zu gebrauchen ist. Seine besonderen Vorzüge sind die feine Nase, der eiserne Spürsinn und ein untrüglich guter Orientierungssinn in jedem Gelände. Wenn der Deutsch Kurzhaar einmal Witterung aufgenommen hat, ist er nicht mehr zu bremsen, bis er sein Ziel erreicht hat. Während der Jagdsaison kann er mehrere Tage hintereinander auch unter schwierigen Bedingungen jagen, ohne seinen Schwung zu verlieren. Er sucht mit hoher Nase, steht vor, läuft mit tiefer Nase auf Schweißspur und apportiert zu Lande und zu Wasser. Nach Aussagen vieler Jäger gibt es keinen besseren Jagdhund.

Das angeborene Verhalten "Vorstehen" stammt aus der Zeit der Wölfe. Wenn diese auf die Jagd gehen, schleichen sie sich so nah wie möglich an das Beutetier heran. Bevor es flieht und so die Verfolgung auslöst, erstarren die Wölfe zur Bewegungslosigkeit. Aus diesem ererbten Verhalten konnte die Fähigkeit zum Vorstehen herausgezüchtet werden: Heben einer Vorderpfote, nach vorn gestreckter Kopf und nach hinten gereckte Rute zeigen dem Jäger an, daß das Wild gefunden ist. Es gibt übrigens auch Rassen, die Vorliegen.

Aber sogar dieser Hund wird nicht von allein zum perfekten Jäger. Er braucht eine umfassende Erziehung, mit der man bereits im Alter von drei Monaten beginnen sollte. Bei der vertiefenden Ausbildung sollte man eher auf die natürliche Intelligenz des Hundes setzen als auf ständiges Wiederholen von Automatismen. Er versteht aber schnell, was man von ihm erwartet. Manchmal stellt er sich ein wenig stur, was man aber mit Geduld und liebevoller Erziehung und nicht mit der Brechstange austreibt. Wenn sein Herrchen oder Frauchen kein Jäger ist, sollte es ihm trotzdem täglich die Gelegenheit geben, seinen Unternehmungsdrang in der Natur auszulassen.

Viele Züchter achten darauf, daß sie ihre Welpen nur in Jägerhände verkaufen, um sicherzustellen, daß sie den Welpen eine angemessene Ausbildung zukommen lassen. Der Deutsch Kurzhaar muß - wie alle Hunde - seinem Naturell entsprechend leben können. Eine Stadtwohnung ist demnach für einen Deutsch Kurzhaar völlig ungeeignet. Er liebt nichts mehr als die frische Luft und seine Arbeit. Das Grundstück sollte man aber gründlich umzäunen, damit er nicht entwischen kann, außerdem braucht er auch eine Hütte. Der Deutsch Kurzhaar ist robust und friert nicht schnell und findet bestimmt Gefallen daran, sich ab und zu in sein eigenes Häuschen zu verkriechen. Allerdings sollte man ihn schon früh daran gewöhnen, daß das Übernachten in seiner Hütte keine Strafe ist. Deshalb sollte man den Hund nie in seine Hütte schicken, wenn er Unsinn gemacht hat. Übrigens, die Blumenbeete gehören der Vergangenheit an, wenn ein Deutsch Kurzhaar ins Haus kommt. Denn der Hund ist auf die Arbeit in Wald und Feld eingestellt und muß dabei normalerweise auf Pflanzen keine Rücksicht nehmen...

Ernährung, Pflege:
Außerhalb der Saison begnügt sich der Deutsch Kurzhaar mit 450 g Fleisch und jeweils 225 g Gemüse und Reis, dazu Vitamine und Mineralien. Geht der Hund zur Jagd, braucht er bedeutend mehr, vor allem Proteine. Aber auch hochwertiges Dosenfutter und Trockennahrung machts. Am besten, man füttert den Hund zweimal am Tag: einmal morgens und einmal abends. Eine Stunde vor und drei Stunden nach der Mahlzeit sollte sich der Hund nicht körperlich verausgaben, sonst kann es zur Magendrehung kommen.

Sein kurzes, dichtes Fell ist sehr praktisch. Hin und wieder durchbürsten und es glänzt wie neu. Lediglich während der Jagdsaison, wenn er durchs Gestrüpp läuft, sollte man ihn nach Zecken und Dornen achten. Außerdem sollte man seine Sohlenballen prüfen. Er gehört erst dann in die Badewanne, wenn er im Teich geschwommen ist und stinkt. Seine Ohren sollten regelmäßig gesäubert werden.

Widerristhöhe: Bei Rüden zwischen 62 und 66 cm, bei Hündinnen 58 bis 63 cm.

Gewicht: Bei Rüden ca. 30 kg, bei Hündinnen 35 kg.

Farbe:
Einfarbig braun; braun mit kleinen weißen Flecken auf der Brust und an den Läufen; dunkler Braunschimmel mit braunem Kopf und braunen Platten oder Tupfen; weiß mit brauner Maske, braunen Flecken und braunen Tupfen; schwarz mit braunen Schattierungen. Ein gelber Brand ist zugelassen.

Durchschnittliche Lebenserwartung: 12 Jahre

Andere Namen: German Shorthaired Pointer, Deutscher Kurzhaariger Vorstehhund

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